Der Landkries Günzburg treibt den konsequenten Ausbau einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Energieversorgung weiter voran. Sowohl an der Nebenstelle des Landratsamtes in der Dillinger Straße 21 als auch am Hauptgebäude An der Kapuzinermauer 1 wird, beziehungsweise wurde, die Wärmeversorgung auf moderne Fernwärme umgestellt.
Möglich wird dies durch den kontinuierlichen Ausbau der kommunalen Fernwärmeversorgung durch die Stadtwerke Günzburg. Eine Energiezentrale im Bereich der Kläranlage wurde im Herbst 2025 fertiggestellt, das Wärmeleitungsnetz sukzessive erweitert und erste Gebäude werden mit regenerativer Wärme aus dem gereinigten Abwasser der Kläranlage versorgt.
An der Nebenstelle des Landratsamts in der Dillinger Straße wurde bereits ein bedeutender Schritt umgesetzt. Die bisherige Heizungsanlage mit einem 442-kW-Heizölkessel wurde durch eine moderne Fernwärmeversorgung mit einer Anschlussleistung von 200kW ersetzt. Der jährliche Energieverbrauch sinkt dadurch auf rund 220.000 kWh gegenüber bisher etwa 30.000 Litern Heizöl. Neben einer deutlich verbesserte Effizienz und höheren Betriebssicherheit werden so jährlich rund 79,3 Tonnen CO2 eingespart.
Auch am Hauptgebäude des Landratsamtes (An der Kapuzinermauer 1) ist die Umstellung auf Fernwärme geplant. In den Jahren 2026 und 2027 wird die bestehende Erdgasheizung durch eine moderne Fernwärmeanlage mit einer thermischen Anschlussleistung von 240 kW ersetzt. Der Einsatz von Pufferspeichern ermöglicht dabei eine zeitliche Entkopplung von Wärmeerzeugung und -bedarf sowie eine Reduzierung der Systemdynamik. Der erwartete jährliche Fernwärmeverbrauch liegt bei etwas 344.000 kWh und damit deutlich unter dem bisherigen Erdgasverbrauch von rund 610.000 kWh. Insgesamt können durch die Umstellung 127,8 Tonnen CO2 eingespart werden.
„Mit der Umstellung auf eine moderne Fernwärmeversorgung übernehmen wir als Landkreis Verantwortung und gehen mit gutem Beispiel voran. Die deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emmissionen zeigt, das Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit Hand in Hand gehen können“, sagt Landrat Hans Reichhart.
Stadtwerke-Vorstand Lothar Böck erklärt, dass die Stadtwerke Günzburg die im Abwasser enthaltende Wärme – rund drei Milliionen Kubikmeter pro Jahr – gezielt nutzen, um Gebäude effizient zu beheizen. Dadurch werde die Abhängigkeit von fossilen Energiemärkten deutlich reduziert und eine langfristige sichere Wärmeversorgung aufgebaut.
Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig sagt: „Das kommunale Gebäude des Landkreises frühzeitig an das Fernwärmenetz angeschlossen werden, ist ein wichtiges Signal für die Wärmewende in Günzburg. Es stärkt den Ausbau der Infrastruktur und zeigt, dass Klimaschutz vor Ort gemeinsam gedacht und umgesetzt wird.“
Text: Benjamin Sigmund, Landkreis Günzburg
Foto: Michaele Weich, Landratsamt Günzburg



